Wenn der Körper ruft – und der Verstand endlich zuhört. Ein Beitrag für mehr Gesundheit.

«Du wirst halt auch älter» sagen gut gemeinte Stimmen in meinem Umfeld. Und ja − ich weiss das. Ein weiterer Geburtstag liegt hinter mir, und ich habe wirklich nichts gegen das Älterwerden. Ich geniesse jede Lebensphase. Und doch: In letzter Zeit melden sich vermehrt kleine und grössere Wehwehchen – Zähne, Sehnenscheiden, Schleimbeutel, Hexenschuss. Auf den ersten Blick: ganz normale Alterserscheinungen. Doch eine solche Vielfalt an gesundheitlichen Themen aufs Mal kenne ich nicht. Und darum ging ich ins Forschen. Gibt es eine Botschaft dahinter? Was will mir mein Körper sagen?

Meinem neuen Zahnarzt erzählte ich, dass meine Schwachstelle die Zähne seien. Er schaute mich verwundert an und meinte: Sind Sie froh, dass es nur die Zähne sind. In diesem Moment rutschte laut scheppernd ein Fünffrankenstück in meinem Bewusstsein hinunter: Upps! Es gibt jüngere Menschen in meinem Umfeld, die haben eine ALS-Diagnose, schlagen sich mit HPU auseinander, haben anhaltende Depressionen, Tumore usw. Mit der Aussage vom Zahnarzt gab es einen Rutsch in meinem Bewertungssystem. Und plötzlich sind meine Zahngeschichten nicht mehr einfach überflüssig, sondern erzählen mir Geschichten über mich. Wer ich bin und wie ich mit meinen Zähnen umgehe. Das hat mein Verhältnis zu den Zähnen und meine Zahnputzpraxis innerhalb weniger Tage total verändert.

Wunderwerk menschlicher Körper − und wie ich damit umgehe
Weil es mich schon immer interessierte weiss ich, dass der menschliche Körper ein geniales Wunderwerk ist, das in Feinheit und Komplexität zusammenspielt. Jedoch erst in diesen Tagen beginne ich in der Tiefe zu verstehen: Gerät etwas aus der Balance, versuchte ich bisher möglichst schnell und teilweise mechanisch und unbedacht, das Gleichgewicht wieder zu erlangen. Nach zwei Jahren chronischen Sehnenscheidenentzündungen probierte ich zum Beispiel allerhand aus, um die Schmerzen wieder zu beseitigen. Nach vielen Physiositzungen war ich etwas weiter: Immerhin ein Arm wieder gesund, der Zweite unverändert schmerzhaft. Neu dazu kam eine Schleimbeutelentzündung, verursacht durch zu viel Gewicht an den Fitnessmaschinen: Zu wenig achtsam, zu schnell, zu wenig mit mir verbunden.

Erst durch die Begleitung von meiner Aufstellungs-Partnerin Beatrice Lüscher kam Bewegung in die Sache: Basische Ernährung und feine Massagebewegungen mit einem Noppenball sollen helfen, um meine Gesundheit zu unterstützen. Unglaublich: Nach drei Tagen − über zwei Jahre später − war die Sehnenscheidenentzündung geheilt. Ohne Ultraschall, Stosswellen und Gewichtheben. Der Schleimbeutel lässt sich mit dem Heilprozess mehr Zeit und lehrt mich gerade, mit meinem Körper geduldig zu sein.
Wer in die Tiefe schauen kann, erfährt mehr als die Schulmedizin hergibt. Das habe ich von Beatrice verstanden. Und es geht um das vertrauensvolle Umsetzen, oft auch gegen den Verstand, der ungläubig den Kopf schüttelt, wenn ich basische Fussbäder mache, Basenpulver trinke und viele Brombeeren esse, weil diese entzündungshemmend sind. Was zählt ist die Heilung.

Gesundheit ist zentral für unser Wohlbefinden

Das Wunderwerk Körper ist die Hülle und damit das Zuhause meiner Seele. Im turbulenten Alltag hält mich der Verstand oft so auf Trab, dass ich mir viel zu wenig Zeit nehme, um in Ruhe und Bedachtheit auch meinen Körper ganzheitlich und nachhaltig zu pflegen und fit zu halten. Damit meine Seele in einer maximal gesunden Wohnung leben kann. Es brauchte spürbare Erschütterungen, um zu verstehen, wie mein Körper mich sanft, aber eindrücklich erinnert: Ich bin nicht nur Verstand. Ich bin ganz. Damit die Balance und damit auch Gesundheit bald wieder Alltag sind. Und dann beginnt die nächste Übung: Dafür dankbar sein. Nicht einmal, immer wieder − jeden Tag.

PS: Passend zum Thema können Sie hier kostenlos mein Workbook «Dankbarkeit» herunterladen – ein kleiner, stiller Schlüssel zu mehr Lebensfluss und innerer Fülle.

Schon intus? Neue Entscheidungskompetenzen!

Rund 20’000 Entscheidungen treffen wir täglich. Die meisten davon blitzschnell. Vielleicht liegt bei  ihnen der erste Entscheid noch im Bett, nach dem Aufwachen: Fünf Minuten liegen bleiben oder sofort aufstehen? 

In unserer Zeit muss immer schneller entschieden werden. So schnell, dass die Silicon Valley-Zukunftsplaner wichtige Entscheidungen schon lange immer mehr Algorithmen überlassen. «Machen Algorithmen die bessere Politik?» titelte «Die Zeit» schon 2015. Programmierer erbrachten den Nachweis, dass bei einer Vielzahl politischer Entscheidungen solche immense Datenschlaufen den schnelleren und besseren Weg wählen würden, als Menschen dazu fähig sind. Neudeutsch spricht man von «Dataismus». Mit Trump und Brexit dreht sich für viele Menschen die Welt heute etwas anders, als gerade noch. Können wir darum einfach wegschauen, abwarten, was auf uns zu kommt?

Gut, wer sich jetzt schon fit macht, für die Arbeitsplatz 4.0-Herausforderungen von Morgen. Erfahren Sie in diesem Blog, warum der Weg für persönliche neue Entscheidungskompetenzen viel näher bei ihnen liegt, als Sie denken. Und wie Sie damit heute beginnen können, solche neue Entscheidungskompetenzen zu trainieren und in sie hineinzuwachsen.

Noch ein Beispiel? Nach dem Krieg betrug die durchschnittliche Besitzdauer einer Aktie vier Jahre, erklärt der mit gut 50 Jahren pensionierte Investment-Banker Voss. Damals wurde ein Wertpapier also vier Jahre gehalten, bevor es an der Börse mit Gewinn oder Verlust wieder veräussert wurde. Da waren vor allem noch Menschen mit im Spiel. Heute beträgt die durchschnittliche Besitzdauer einer Aktie gemäss Voss, 22 Sekunden. Sie haben richtig gelesen, es sind 22 Sekunden. So lange wird ein Wertpapier heute besessen, bevor es seinen Besitzer wechselt. Durchschnittlich.

In der Arbeitswelt 4.0 sind neue Eigenschaften gefragt:

  1. Schnelle Reaktion
  2. Rasche Entscheidung auf Gegebenheiten, die wir nicht kennen, die sogar ausserhalb unserer bisherigen Wahrnehmung und Erfahrung liegen
  3. Erkennen, erspüren, wo Möglichkeiten liegen
  4. Instinktiv neue Ideen entwickeln
  5. Weiche Faktoren, wie Intuition, Emotionale Intelligenz und Instinkt werden wichtig

Alles Eigenschaften, die weit über den Kopf, über den Verstand hinausgehen. Doch woher soll man plötzlich wissen, wann und wie das Bauchgefühl einzusetzen ist? Der Trickfilmer Walt Disney brauchte dazu drei Stühle, einer für den Träumer und Visionär, wo Gedanken, Gefühle, innere Bilder, einfach alles, was in die Feder fliesst Platz hat. Auf dem zweiten Stuhl kommt der rationale Realist zum Ausdruck, der dritte Stuhl ist für den kritischen Gegenspieler reserviert. Jede Stimme hat ihre zehn Minuten Aufmerksamkeit. Danach werden die verschiedenen Aussagen gegeneinander aufgewogen, und die Entscheidung wird gefällt. Mit dem Werfen dreier Münzen kann man auch das chinesische Orakel «I Ging» befragen. Oder christlich geprägte Menschen beten zu Gott und erhoffen sich göttliche Weisung für richtige Entscheidungen. Alles gut, aber heute oft nicht mehr schnell genug.

Der Weg zu mehr Intuition

Die Möglichkeit, sich in diesem Bereich neue Kompetenzen anzueignen liegt gar nicht so fern: Zurück zu sich selber. Etwas weniger im Aussen leben und verkopft durch die Welt steuern, etwas mehr Zeit in Ruhe mit sich selber verbringen. Achtsamkeit, Meditation und Focusing sind drei wissenschaftlich erforschte Methoden, die einen gemeinsamen Nenner haben: Sie lenken den Blick auf die immense Weisheit, die in unserem Inneren schlummert und bei Bedarf die Ratio auf’s Beste unterstützt. Wenn wir sie denn zulassen.

Achtsamkeit zum Beispiel schult das klare und nicht-wertende Gewahrsein, was in jedem Augenblick geschieht. Sie ermöglicht uns, Körperempfindungen, Gedanken, Gefühle und alle anderen Wahrnehmungen, ob angenehm, unangenehm oder neutral, zu erfahren und so zu akzeptieren, wie sie sind. Dabei reichen schon wenige Wochen Achtsamkeits-Praxis, um erste Veränderungen in wichtigen Hirnbereichen herbeizuführen. Aus den Erfahrungen der Teilnehmenden meiner und anderer Achtsamkeits-Trainings und Studien zufolge schon bei wenigen Minuten Übung am Tag.

Bei Meditierenden ist der präfrontale Cortex (PFC), der Hirnbereich, in dem das Denken stattfindet, grösser und aktiver. Zudem reguliert der PFC die emotionalen Areale des Gehirns. Eine Stärkung der Verbindung von Denken und Fühlen im Gehirn hilft, sich leichter emotional zu binden, stabilere Beziehungen zu anderen zu führen und die eigene soziale Intelligenz, die im Berufskontext immer wichtiger wird, zu steigern. [Farb Et al., 2007]. Dabei ist spirituell losgelöste Meditation gar nicht so schwierig, wie viele meinen.

Focusing wiederum eröffnet neue Sichtweisen auf Probleme, Herausforderungen und Fragestellungen und zeigt Wege zur Lösung, die vorher blockiert waren. Im Focusing lernen Sie den Ort in Ihnen kennen, wo Denken und Fühlen ineinander übergehen. Dabei wird das «Körperwissen» freigelegt und ergänzend zum «Kopfwissen» genutzt, um auch komplexe Probleme zu lösen. Die nächsten Schritte werden sicht- und greifbar. Überraschend einfach und erfrischend entsteht so Klarheit bei persönlichen oder beruflichen Fragestellungen und Problemen.

Probieren Sie’s aus!

Starten Sie mit dem einen oder anderen. Machen Sie dabei kleine Schritte. Um Achtsamkeit und/oder Meditation zu trainieren, empfehle ich zum Beispiel die App 7Mind: Sie starten mit nur 7 Minuten pro Tag. Um Focusing kennen zu lernen empfiehlt es sich, bei einer/einem Focusing-Begleiter:in eine Einführung zu buchen. Vorab kann das kleine Büchlein vom Begründer Gene Gendlin eine gute Einstimmung sein.

So oder so werden Sie innerhalb kurzer Zeit erstaunliche Veränderungen wahrnehmen: Sie werden schneller, sicherer, selbstverständlicher und lustvoller entscheiden. Ich selber würde davon nichts mehr freiwillig hergeben.

Soll ich Sie beim einen oder anderen Thema begleiten? Sehr gerne bin ich für Sie da!

Gerade entdeckt: Tiefenentspannung mit Yoga Nidra

Bereits vor einigen Jahren wurde ich von einer Freundin auf eine Yoga-Form aufmerksam, die mir bisher unbekannt war: Yoga Nidra. Dabei handelt es sich um eine Übung der Tiefenentspannung, deren Wirkung über die gewohnte Vorstellung von Entspannung hinausgeht und dabei Regenerations-Charakter hat. Genial dabei: Man muss nicht ins Yoga-Studio oder zur Meditationsgruppe fahren, sondern kann liegend in mindestens 20 Minuten eine unglaubliche Tiefenentspannung erfahren, die mich immer noch jedesmal beeindruckt. Auch Kolleg:innen, die ich auf Yoga Nidra aufmerksam gemacht hatte, machen dieselben positiven Erfahrungen.

Wie geht Yoga Nidra? Dazu legt man sich ausgestreckt auf den Boden, bleibt möglichst regungslos liegen und hört einer Sprechsequenz von 20 bis 30 Minuten oder länger zu. Dabei wird man durch einem Bodyscan geführt. Ein Bodyscan ist eine vielfältig angewendete Methode, um mit seiner ganzen Aufmerksamkeit und Präsenz durch den Körper zu wandern und die einzelnen Körperteile und ihre Befindlichkeit wahrzunehmen. Das Wachrufen von verschiedenen gegensätzlichen Empfindungen hat zudem einen harmonisierenden Einfluss auf das Gehirn und verbindet die beiden Hirnhälften.

Frische für Körper und Hirn

Nach 20 Minuten Yoga Nidra fühle ich mich ausnahmslos und jedesmal derart tiefenentspannt, wie mit keiner anderen Methode oder Technik, die ich bisher ausprobiert hatte. Yoga Nidra bringt dem Körper Frische und das Gehirn in einen Zustand vollbewusster Ruhe. Obwohl man bei Yoga Nidra nicht einschlafen sollte, eignet sich diese Technik durchaus auch bei Schlafstörungen, um innerhalb weniger Minuten wieder zurück in den Schlaf zu finden. Am besten risikolos  ausprobieren und sich selber ein Bild davon machen.

Yoga Nidra wirkt bei:

Auf YouTube gibt es viele Anleitungen mit verschiedener Zeitdauer und auf dem Büchermarkt gibt es zahlreiche Bücher. Mein Lieblings-Clip ist dieser.

Mit mehr Achtsamkeit raus aus aus dem Karusell

Wir leben in einer Welt überfüllt mit Informationen, Meinungen, Aufregungen, Angst, Lärm, Krisen und Katastrophen. Die Gesellschaft, so scheint es, hysterisiert sich täglich. Hat sich die Welt und ihre Menschen tatsächlich derart verändert oder spielt uns unsere Wahrnehmung nur einen Streich?

Tatsache bleibt, dass viele Menschen immer weniger gut mit dem zurecht kommen, was von ihnen am Arbeitsplatz, in der Beziehung und Familie und von ihrem Umfeld erwartet und verlangt wird. Viele haben noch keinen Weg gefunden, um heute alles gut unter einen Hut zu bringen und dabei erst noch genügend Zeit für sich selbst zu finden.

Bis heute habe ich keine einfachere und wirksamere Methode als Achtsamkeit entdeckt: Damit kann ich je länger je mehr in unserer überreizten, überkomplexen Welt lernen, mich auf mich selbst zurückzubesinnen. Wo als bei und in mir selbst soll ich denn zu neuer Ruhe und Sicherheit finden?

Was verändert mehr Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist die Hinwendung zu mehr innerer Ruhe im Zeitalter der Übernervosität. Achtsamkeit findet eine neue Haltung in einer dauerverbundenen Welt. Achtsamkeit schaut nach Innen, ohne das Aussen zu vernachlässigen. Wir lernen, nicht alles zu glauben, was uns jede Minute um die Ohren fliegt. Achtsamkeit sucht Wege aus dem ewigen Müssen. Sie hilft, die eigenen Schwächen zu verstehen und ein Ja dazu zu finden. Achtsame Menschen lernen zu scheitern, aber auch daraus zu lernen. Ziele selbst-bewusst zu setzen, anstatt immer neuen Zielen hinterherzujagen. Achtsame Menschen ahnen, dass Krisen Impulse zu Neuem sind. Achtsamkeit lehrt, in den Problemen die Lösungen zu sehen. Achtsame Menschen lernen, ihre Ängste wahrzunehmen und ihnen zu begegnen. Al­les in allem leben sie gesünder, zufrie­dener und selbstbestimmter.

Ist es all das wert, einen Versuch zu starten? Heute? Jetzt? Hier?

Wie können Sie zu mehr Achtsamkeit finden?

Achtsamkeit ist etwas ganz Unspektakuläres. Am Einfachsten, man steigt irgend wo ein und lässt sich ab diesem Moment treiben. Wichtig dabei ist einzig, am Thema daran zu bleiben. Immer wieder.

Ganz praktische Elemente können sein...

Je mehr es Ihnen gelingt, das was Sie gerade tun ganz bewusst zu machen, möglichst im Moment zu sein, den Augenblick so annehmen und erfahren wie er ist, desto mehr leben Sie achtsam.

Schreiben Sie mir, wenn Sie Fragen haben oder ich Sie und Ihr Team in ihrem persönlichen Achtsamkeitsweg unterstützen kann: info@hochuli-coaching.ch