Systemische Aufstellungen: Klarheit finden durch Perspektivenwechsel
Haben Sie das Gefühl, dass bestimmte Probleme immer wiederkehren – sei es in Ihrer Familie, im Beruf oder in Beziehungen? Manchmal stecken die Ursachen für Konflikte oder Blockaden tiefer, als wir glauben. Genau hier setzt die Methode der systemischen Familien- und Organisationsaufstellungen an, entwickelt von Bert Hellinger. Sie ermöglicht uns, verborgene Dynamiken sichtbar zu machen und neue Lösungswege zu entdecken.
Die Entstehung der Methode
Bert Hellinger, ein deutscher Philosoph, Theologe und Psychotherapeut, entwickelte in den 1970er-Jahren die Methode der systemischen Aufstellungen. Inspiriert von seinen Erfahrungen als Missionar in Südafrika und seiner späteren therapeutischen Arbeit, erkannte Hellinger, dass Menschen Teil größerer Systeme sind – sei es die Familie, das Unternehmen oder die Gesellschaft. Diese Systeme folgen bestimmten Ordnungen, die, wenn sie gestört werden, zu Konflikten oder Belastungen führen können.
Mit Aufstellungen schuf Hellinger eine Methode, um diese systemischen Zusammenhänge sichtbar zu machen und harmonische Lösungen zu finden.
Der Ablauf einer Aufstellung
Eine Aufstellung findet meist in Gruppen statt, kann aber auch im Einzelsetting durchgeführt werden. Der Ablauf umfasst mehrere Schritte:
- Thema klären: Der/die Klient:in bringt ein Anliegen mit – beispielsweise ein Beziehungskonflikt, eine berufliche Herausforderung oder ein Gefühl von Blockade.
- Rollen besetzen: In der Gruppe wählen Sie Stellvertreter*innen für Personen, Gefühle oder Aspekte Ihres Themas aus und stellen diese im Raum auf. Im Einzelsetting werden Symbole, Figuren oder Bodenanker verwendet.
- Dynamiken erkennen: Die Stellvertreter*innen spüren die „Energien“ und Beziehungen im System und äußern, was sie wahrnehmen. So werden unsichtbare Dynamiken sichtbar.
- Lösungsprozess: Der/die Leiter:in führt durch den Prozess, verändert die Aufstellung und ermöglicht es, neue Ordnungen und Lösungswege zu finden.
- Integration: Die gewonnenen Erkenntnisse werden reflektiert, und Der/die Klient:in nimmt diese in den Alltag mit.
Wofür kann man systemische Aufstellungen nutzen?
Systemische Aufstellungen sind vielseitig einsetzbar und können bei einer Vielzahl von Anliegen helfen, wie zum Beispiel:
- Familienthemen: Klärung von Konflikten, Familientrauma oder ungelösten Bindungen.
- Beziehungen: Verbesserung von Partnerschaften oder Klärung von Beziehungsdynamiken.
- Beruf und Organisationen: Aufdecken von Konflikten in Teams, Entscheidungsfindung oder Optimierung von Arbeitsstrukturen.
- Persönliche Entwicklung: Überwindung von Blockaden, Stärkung des Selbstwertgefühls oder Klärung von Lebensfragen.
In meiner Coachingpraxis durfte ich erleben, wie Menschen durch Aufstellungen tiefgreifende Veränderungen erfahren haben. Zum Beispiel unterstützte ich Therese (alle Namen geändert) dabei, ihren Platz in ihrem Familiensystem zu finden. Am Tag darauf war sie auf dem Weg in die Ferien, als man sie vom Altersheim suchte, wo ihre Mutter wohnte: Die Mutter müsse ins Spital. Ihr blieb nichts anderes übrig, als ihre Geschwister zu aktivieren, zu denen sie wenig und nicht befreite Kontakte hatte. Eine Woche später, zurück aus den Ferien, konnte sie sich noch gut von der Mutter verabschieden, bevor diese starb. Durch die nachfolgenden Arbeiten kamen sich die Geschwister wieder nahe. Als ich Therese einen Monat später wieder traf,
Warum lohnt es sich, systemische Aufstellungen kennenzulernen?
Systemische Aufstellungen eröffnen einen einzigartigen Blick auf unser Leben. Sie helfen, verborgene Dynamiken zu verstehen und innere wie äußere Konflikte aufzulösen. Die Methode lädt uns ein, aus alten Mustern auszubrechen und einen Weg zu mehr Klarheit, Leichtigkeit und Harmonie zu finden.
Sind Sie neugierig, was eine Aufstellung für Sie bewirken könnte? Dann lade ich Sie ein, diese kraftvolle Methode selbst zu erleben und neue Perspektiven zu entdecken. Manchmal braucht es nur eine Veränderung im System, um den ersten Schritt zur Lösung zu machen.